Unterstützung vom Zivilschutz

15.04.2020

Rund 30 Zivilschützer der ZSO Freiamt unterstützen zurzeit das Spital Muri und das Murimoos im Kampf gegen das Coronavirus. Weitere Institutionen können hinzukommen.

Der Bundesrat hat am 20. März beschlossen, den Kantonen ein Kontingent von maximal 850’000 Zivilschutz-Diensttagen zur Verfügung zu stellen. Auch im Oberfreiamt sind seither Zivilschützer im Einsatz. Aktuell sind es rund 30 Personen. Der Bundesrat geht davon aus, dass der Bedarf an Unterstützung von zivilen Behörden, privater und öffentlichen Institutionen aufgrund der Lage in den nächsten Wochen zunehmen wird. So werden auch im Oberfreiamt die Einsätze wohl zunehmen. Deshalb wurden bereits 35 weitere Zivilschützer als Reserve aufgeboten.

Michael Stocker ist Kommandant der Zivilschutzorganisation (ZSO) Freiamt. Zurzeit hat er alle Hände voll zu tun: rekrutieren, organisieren, planen, sich mit anderen Organisationen austauschen usw. «Mit meinen Stellvertretern und anderen Personen kommuniziere ich per Skype oder telefonisch. »Stocker ist seit acht Jahren Vollamtlich als Kommandant im Zivilschutz tätig. Der 39-Jährige wohnt in Schongau und hat mit seiner Ehefrau zwei Teenager. «Meine Familie geht gelassen mit der Situation um.»

Vorerst Spital und Murimoos

Die meisten Zivilschützer, die zurzeit im Einsatz sind, unterstützen das Spital Muri und die Institution Murimoos. Vor dem Spital trennen sie Corona-Patienten und andere Erkrankte oder Verletzte. Bei Verdachtsfällen messen sie Fieber. Dafür müssen sie eine Maske tragen. Unter dem Spital gibt es eine geschützte Operationsstelle. Auch dort ist der Zivilschutz aktiv. Im Murimoos unterstützen die Zivilschützer Mitarbeitende bei Hygienemassnahmen, logistischen Aufgaben und der Betreuung.

Für weitere Fälle gewappnet

Falls es beispielsweise im Murimoos zu Corona-Fällen kommt und deshalb eine Quarantäne eingerichtet werden muss, braucht es mehr Zivilschützer. Dies kann auch in anderen Institutionen, wie etwa in Altersheimen, der Fall sein. Auch mit dem Roth-Haus in Muri sei man ständig in Kontakt, ebenso mit der Spitex. «Wir geben diesen Organisationen somit eine Sicherheit. Sie wissen jetzt, dass da noch jemand da ist, der bei Bedarf Unterstützung bietet», so Stocker.

Nicht jeder wird aufgeboten

Stocker klärt zuerst telefonisch, ob ein Einsatz für mögliche Zivilschützer Sinn macht. Solche, die zurzeit nicht arbeiten dürfen, haben Vorrang. «Wir rekrutieren zurzeit Personen, die verfügbar sind. Auf Banker, Lebensmittelverkäufer oder Mitarbeitende im Gesundheitswesen verzichten wir vorerst.» Die definitive Rekrutierung erfolgt per Post, damit dem Arbeitgeber das Schreiben vorgelegt werden kann. Stocker hat bisher noch nicht erlebt, dass sich ein Zivilschützer weigert, einen Einsatz zu leisten. Falls es dazu kommen sollte, müsste er diesen anzeigen.

Neue ZSO erst seit Januar

Die ZSO Freiamt gibt es in dieser Form erst seit Anfang Jahr. Sie entstand durch eine Fusion der zwei hiesigen Zivilschutzorganisationen und beinhaltet aktuell 450 Aktive. «Da wir die Fusion gründlich geplant haben und Strukturen fassten, gibt es jetzt keine organisatorischen Schwierigkeiten», so Stocker. Zwar wurde der Pandemie-Fall regelmässig geübt, doch diese Situation übertrifft sämtliche Szenarien, Parameter gibt es keine. «Wir passen unsere Strategie täglich neu an.» In diesem Jahr war eine Überarbeitung der Pandemie-Strategie auf dem Programm. Diese wird jetzt leider im Ernstfall durchgeführt. Man passt sie ständig der neuen Situation an. «Wir müssen sehr flexibel sein.» Weiterbildungen gäbe es zurzeit keine. Die Zivilschützer werden vor Ort, wie etwa beim Spital Muri, von den dortigen Fachkräften geschult.

Ständiger Kontakt

Der Zivilschutz ist eine der fünf Partnerorganisationen des Bevölkerungsschutzes. «Mit der Regionalpolizei oder dem Gesundheitswesen sind wir täglich im Kontakt. Unser Credo ist ‹In Krisen Köpfe kennen›», so Stocker weiter. Unter den im Dienst stehenden Zivilschützern gibt es zurzeit keinen Corona-Fall.

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